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Blutsbrüder Vortrag mit Filmpräsentation
Dr. Jozo Džambo Referent: Er ist ein bekannter Historiker, Essayist und Slavist. Er hat an der Ruhr-Universität Bochum studiert und war am Bayerischen Nationalmuseum und an der Universität München tätig. Seit 1992 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter und stellvertretender Geschäftsführer des Adalbert Stifter Vereins in München. Neben wissenschaftlichen Arbeiten und moderene Publizistik beschäftigt er sich auch mit Übersetzungen. Er ist Haupt redakteur des Stifter Jahrbuchs. Referent: dr. Jozo Džambo, povjesničar i slavist. Nakon studija na sveučilištu u Bochumu radio je u Bavarskom nacionalnom muzeju i na sveučilištu u Münchenu. Od 1992. znanstveni je suradnik u Adalbert Stifter Verein München, gdje obavlja funkciju zamjenika ravnatelja ovog instituta za njemačko-češke kulturne veze. Uz znanstvene radove i popularnu publicistiku bavi se i prevođenjem. Glavni je urednik godišnjaka "Stifter Jahrbuch".
Film njemačkog režisera J. A. Hübler-Kahle Blutsbrüder ( Bosniaken) iz god 1935. epska je priča o ljubavi i časti, rivalstvu i pobratimstvu, zakonima patrijarhalne sredine i zakonima srca. Pojedine scene snimane su tijekom 1934. godine u Sarajevu, Mostaru, Stocu kao i filmskim ateljeima u Berlinu. Glavne uloge igraju Brigitte Horney, Willi Eichberger i Attila Hörbiger - velika imena iz povijesti njemacke kinematografije. Film je tonski, dakle kao takav stoji relativno rano u povijesti tonskog filma, koji se u Europi pojavljuje 1929. godine.
08.11. 2013, Dortmund Nakon projekcije filma Mijo Nujić, Jadranka Gradac, Jozo Džambo, Anto Đoja
Jozo Džambo (München) Vortrag mit Filmpräsentation „Blutsbrüder“ – ein deutscher Film aus den 1930er Jahren über Bosnien-Herzegowina In der Behandlung des in den letzten Jahrzehnten in Wissenschaft und Publizistik populären Themas „Bilder von anderen“ werden neben schriftlicher immer mehr auch Bildquellen herangezogen. In diesem Zusammenhang findet auch das Medium Film als Forschungsmaterial eine verstärkte Beachtung. In dem geplanten Vortrag steht ebenfalls ein Film im Mittelpunkt der Betrachtung, nämlich der 1934 von der UFA Berlin und unter der Regie von J. Alexander Hübler- Kahla (1902–1965) gedrehte Film Blutsbrüder (Bosniaken), dessen Stoff laut Filmspitze „einer alten jugoslawischen Chronik entstammt“. Als Hauptdarsteller im Film zählen die seinerzeit bekannten Schauspieler wie Attila Hörbiger, Brigitte Horney oder Willi Eichberger. Mit Ausnahme einiger Szenen, die in den Berliner Studios der UFA gedreht wurden, wurde der Film (als Tonfilm!) an verschiedenen Orten in Bosnien-Herzegowina realisiert. Es steht im Mittelpunkt die Frage, welche kulturellen, ästhetischen und volkskundlichen Bilder von Bosnien-Herzegowina bzw. vom Balkan der Film dem Publikum vermitteln wollte. In der Spitze des Films sind diese Bilder programmatisch aufgezählt: Tradition, Heldentum, Treue/Untreue, Freundschaft/Feindschaft, Liebe/Hass, Mut, Aberglaube usw. Da ist die Rede „von Menschen unseres Weltteiles, die nach ungeschriebenen Gesetzen ihrer Herzen leben“ und „Ehrfurcht vor Blutsbrüderschaft als einem heiligen Sittengesetz“ haben; von „Brautraub als tapferer Mannestat inmitten einer Umwelt alter überkommener Bräuche, die ritterlichen Sinn, trotzvolle Leidenschaft und dunklen Aberglauben urtriebhaft vereinen“. Der Film als solcher bildet keine Ausnahme, vielmehr steht er in einer langen Tradition der westeuropäischen Kultur-, Geistes-, Literatur- und Kunstgeschichte, die systematisch das romantische Stereotyp von südosteuropäischen Völkern gepflegt und verbreitet hat. Die besonders im 19. Jahrhundert betriebene Völkerpsychologie schuf Kategorien, nach denen man nationale „Eigenschaften“ klassifizieren und bestimmen wollte. Der Film Blutsbrüder ist ein später Ausdruck dieser Auffassung und Praxis.